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Eine Dekomposition der Value-Prämie

28.09.2018

Wichtige Erkenntnisse:

  • Die Value-Eigenschaften (definiert anhand Buchwert zu Marktwert) eines Titels können sich aufgrund von zwei Stellschrauben ändern: (1) einer Änderung des Marktwertes, (2) einer Änderung des Buchwertes.
  • Die gesamte Value-Prämie lässt sich auf die Änderungen des Marktwertes zurückführen.
  • Somit kann es Value-Titel geben, die keine Value-Prämie vereinnahmen (z.B. neutrale Marktbewertung bei hohem Buchwert), aber auch Growth-Titel, welche eine Value-Prämie erhalten (z.B. Unterbewertung des Marktpreises trotz niedrigem Buchwert).

Quelle:

Gerakos, J., & Linnainmaa, J. T. (2017). Decomposing value. The Review of Financial Studies, 31 (5), 1825-1854.
 
Das Forschungspapier kann hier (eventuell kostenpflichtig) bezogen werden.
 
 

Unterschiede zwischen Zeitreihen- und Querschnittsstrategien

Wichtige Erkenntnisse:

  • Bei der Vorhersage von Renditen wird zwischen zwei Gruppen von Strategien unterschieden: (1) Strategien, die eine einzelne Anlage über die Zeit timen (Zeitreihenstrategien) und (2) Strategien, die relativ zu anderen Anlagen attraktive Anlagen auswählen (Querschnittsstrategien).
  • Während Querschnittsstrategien in der Reinform marktneutral sind (long-short), weisen Zeitreihenstrategien ein zeitvariables Long-Exposure auf.
  • Für einzelne Aktien unterschieden sich beide Strategietypen vor allem durch dieses zeitvariable Long-Exposure, funktionieren aber ansonsten ähnlich gut.
  • Über Anlageklassen hinweg dagegen, sind Querschnittsstrategien überlegen.

Quelle:

Goyal, A., & Jegadeesh, N. (2017). Cross-sectional and time-series tests of return predictability: What is the difference? The Review of Financial Studies, 31 (5), 1784-1824.
 
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Systemische Risiken durch Short Volatility Strategien

Wichtige Erkenntnisse:

  • Short Volatility Strategien erfahren aktuell eine grosse Popularität.
  • Diese Strategien setzen darauf, dass die Volatilität in der Zukunft niedrig bleibt und stellen damit eine Art Versicherung gegen Marktturbulenzen dar.
  • Somit weisen diese Strategien ein hohes systematisches Risiko auf und können zu Marktverwerfungen führen, falls viele Investoren gleichzeitig desinvestieren wollen.
  • Neben dem direkten Schreiben von Optionen haben noch viele andere Strategien ein implizites Exposure zum Short Volatility Risiko wie z.B. Carry-Trade Strategien, Risikoparitätsstrategien oder Volatility Targeting Strategien.

Quelle:

Bhansali, V., & Harris, L. (2018). Everybody's doing it: Short volatility strategies and shadow financial insurers. Financial Analysts Journal, 74 (2), 12-23.
 
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Die Rollrendit

Wichtige Erkenntnisse:

  • Die sogenannte Rollrendite, der beim Rollen von Futures Positionen insbesondere auf den Rohstoffmärkten auftritt, ist ein häufig falsch verstandenes Konzept.
  • Es handelt sich dabei nicht um einen tatsächlichen Cash-Flow, der beim Rollen entsteht. Auch die Gewinne und Verluste entstehen ausschliesslich durch Preisänderungen während des Haltens der Future Positionen und nicht beim Rollen.
  • Die Rollrendite beschreibt aber die Unterschiede zwischen Futures Preisen und Spot Preisen.

Quelle:

Bessembinder, H. (2017). Do stocks outperform treasury bills? Journal of Financial Economics, 129(3), 440-457.
 
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Unsicherheit in Betaschätzungen

Wichtige Erkenntnisse:

  • Je nach Wahl der Zeitperiode, des Marktproxies oder des Faktormodells können sich Betaschätzungen stark unterscheiden.
  • Dabei zeigt sich, dass Aktien, deren Betaschätzungen stark variieren und damit eine grössere Unsicherheit aufweisen eine höhere Rendite erzielen als Aktien mit relativ stabilen Betaschätzungen.
  • Dieses Phänomen ist unabhängig von der absoluten Höhe des systematischen Risikos / des Marktbetas.

Quelle:

Lahtinen, K. D., Lawrey, C. M., & Hunsader, K. J. (2017). Beta dispersion and portfolio returns. Journal of Asset Management, 19 (3), 156-161. 
 
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Die Integration von ESG in die Portfoliokonstruktion

Wichtige Erkenntnisse:

  • Dieser Artikel beleuchtet, wie Investoren ESG Kriterien in der Portfoliokonstruktion berücksichtigen können.
  • Dabei werden drei mögliche Ansätze vorgestellt: (1) ein ESG-Filter, (2) ESG als zusätzlicher Faktor in einem Multifaktorportfolio, (3) ESG als Subscore, der bei jedem Einzelfaktor mit hineinspielt.
  • Während ein einfacher ESG-Filter (1) einfach umsetzbar ist und eine gute Performance erzielt, ist das am Ende erzielte ESG-Exposure besonders bei einem schwachem Filter unsicher.
  • Wenn ESG als einzelner Faktor (2) oder Subscore (3) berücksichtigt wird, kann ein starkes ESG Profil erzeugt werden, aber es kommt zu einer Performance Verwässerung, wenn ESG selbst kein positives Alpha aufweist.

Quelle:

Bender, J., Sun, X., & Wang, T. (2017). Thematic indexing, meet smart beta! Merging ESG into factor portfolios. The Journal of Index Investing, 8 (3), 89-101.
 
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Das Fama & French 5-Faktormodell

Wichtige Erkenntnisse:

  • Das Fama & French (2015) Fünffaktormodell mit den Faktoren Markt, Size, Value, Profitabilität und Investitionen wird immer mehr zum Standard.
  • Es weist allerdings auch eine Vielzahl von Schwächen auf.
  • Es hält am Marktbeta fest, obwohl der empirische Zusammenhang nicht stabil linear steigend ist.
  • Desweitern wird der Momentum-Effekt ignoriert.
  • Bei den neuen Faktoren Profitabilität und Investitionen gibt es Fragen bezüglich Stabilität und ökonomischer Fundierung.
  • Somit wird auch dieses Modell nicht die Kontroversen in der Asset Pricing Forschung lösen.

Quelle:

Blitz, D., Hanauer, M. X., Vidojevic, M., & van Vliet, P. (2017). Five concerns with the five-factor model. Working Paper.
 
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Originalität der Innovation als wertvolle Ressource

Wichtige Erkenntnisse:

  • Innovation (und deren Originalität) sind eine wichtige unternehmerische Ressource und erzeugen einen „Competitive Moat“.
  • Originelle Innovationen sind oft Innovationen, bei denen Wissen aus unterschiedlichsten Teilbereichen genutzt Die Fachbreite der Zitate in Patenten kann dazu genutzt werden, dies zu messen.
  • Aufgrund begrenzter Aufmerksamkeit von Investoren und Skepsis gegenüber Komplexität könnte Innovation unterbewertet sein.
  • Originelle Innovationen sagen höhere, stabilere Profitabilität und höhere Aktienrenditen Dies gilt besonders bei Unternehmen mit hoher Bewertungsunsicherheit und begrenzter Aufmerksamkeit von Investoren.

Quelle:

Hirshleifer, D., Hsu, P.-H., & Li, D. (2017). Innovative originality, profitability, and stock returns. The Review of Financial Studies, 31 (7), 2553-2605.
 
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