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Impulse aus der Praxis

Verbesserte Konvexität durch Risikomanagement

 
In der aktuellen Marktsituation, geprägt von niedrigen Zinsen und erhöhten Turbulenzen, suchen institutionelle Investoren nach Anlagen, um die Konvexität der Renditeverteilung zu erhöhen. Neben alternativen Anlagen setzen Investoren dabei vermehrt auch auf Risikomanagement, um bewusst das Risiko von grossen Substanzverlusten zu reduzieren.
 
Was versteht man unter Konvexität? Unter Konvexität versteht man einen (leichten) Verzicht auf das Aufwärtspotenzial einer Strategie im Gegenzug für eine starke Reduktion des „Abwärtspotenzials“ bzw. des möglichen Drawdowns. Als einfaches Beispiel dient die Put-Absicherung (siehe Abbildung 1). Durch die Kombination von Basiswert und Put kann der Anleger das Downside-Potenzial beschränken, während das Upside-Potenzial nur leicht verringert wird. Die Beschränkung des Downside wird dabei mit einer Versicherungsprämie (Preis des Puts) erkauft (siehe Abbildung 1).
 
Abbildung 1: Payoff-Profil einer Aktien + Put-Absicherung und Einfluss auf die erwartete Renditeverteilung   Quelle: Finreon Research.
Abbildung 1: Payoff-Profil einer Aktien + Put-Absicherung und Einfluss auf die erwartete Renditeverteilung, Quelle: Finreon Research.
 
In der Praxis greifen institutionelle Investoren aber meist auf alternative Anlagen oder Formen von systematischem Risikomanagement zurück, um Konvexität in der erwarteten Renditeverteilung zu erreichen. Alternative Anlagen haben den Vorteil, dass sie eine tiefe Korrelation und damit ein Diversifikationspotenzial mit sich bringen, leiden jedoch teilweise unter erhöhter Komplexität und Kosten. Dagegen sind Risikomanagement-Lösungen meist von Transparenz und relativ tiefen Kosten gekennzeichnet.
 
Abbildung 2 zeigt drei einfache, gemischte Portfolios ohne/mit alternativen Anlagen und Risikomanagement:

 

Abbildung 2: Drei gemischte Portfolios im Vergleich
Bemerkungen: Obligationen=SBI; Obligationen FW=Barclays Global Aggregate CHF-hedged; Aktien Schweiz=SPI; Aktien Ausland=MSCI Welt; Altern. Anlagen=HFRI Fund Weighted Hedge Fund TR; Systematisches Risikomanagement=Finreon Tail Risk Control
Abbildung 3: Vergleich der Verteilungen vom 20. November 2008 und dem 3. November 2017 (Quelle: CBOE, Finreon Research)
Abbildung 3: Rendite/Risiko und Drawdown der drei gemischten Portfolios, Quelle: Finreon Research, Bloomberg, Thomson Reuters. Zeitraum: 01/2001-06/2018.

 

Abbildung 3 zeigt Rendite/Risiko und Drawdown der drei Portfolios für den Zeitraum von 2001-2018 und liefert folgende Rückschlüsse:
 
  • Durch die Beimischung von alternativen Anlagen kann das Rendite-Risiko-Profil verbessert werden, da die Volatilität leicht gesenkt und das Renditepotenzial erhöht wird.
  • Durch die Ergänzung mit systematischem Risikomanagement innerhalb der Aktienquote kann nicht nur die Rendite erhöht, sondern auch die Volatilität und der maximale Drawdown reduziert werden. Die geringeren Drawdowns entstehen durch die Reduktion der Aktienquote in Hochrisikophasen.
Eine Investition in alternative Anlagen wie Hedge Funds erfüllt also ihre Konvexitätsfunktion. Der zusätzliche Einsatz von Risikomanagement, wie die risikokontrollierte Steuerung der Aktienquote, verbessert die Konvexität weiter und beugt vor allem grossen Verlusten vor. Entsprechend sind Investoren gut beraten, für die Erhöhung der Portfoliokonvexität auf beide Anlageklassen zu setzen.
 

Schlussfolgerungen

  • Konvexität beschreibt den leichten Verzicht auf das Aufwärtspotenzial für eine starke Reduktion des „Abwärtspotenzials“ des möglichen Drawdowns.
  • Die Mehrheit der institutionellen Investoren erhöht die Konvexität des Portfolios über alternative Anlagen und systematisches Risikomanagement.
  • Während alternative Anlagen das Rendite-Risiko-Profil über eine Reduktion der Volatilität und eine Renditesteigerung verbessern, erzielt ein Portfolio mit einer risikokontrollierten Bandbreitenbewirtschaftung der Aktienquote auch tiefere Drawdowns.
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