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Speculative Betas

Die klassische Finanztheorie besagt, dass höhere systematische Risiken mit einer höheren Rendite abgegolten werden. Eine Vielzahl von empirischen Beobachtungen zeigt allerdings, dass Hochrisikotitel häufig geringere Renditen als Niedrigrisikotitel aufweisen.
 
Dieses Paper entwirft und testet ein Modell, bei dem Investoren unterschiedliche Meinungen über die zukünftige Marktentwicklung haben und gleichzeitig kein Leverage oder Short-Selling einsetzen können. Hochrisikotitel sind sensitiver gegenüber unterschiedlichen Meinungen und werden im Preis durch die Optimisten hochgetrieben, wogegen Short-Selling-Constraints eine Korrektur durch Pessimisten vermeiden.
 
Somit ergibt sich für Niedrigrisikotitel mit geringen Meinungsverschiedenheiten ein positiver Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko. Je höher das Risiko wird, desto mehr flacht sich allerdings dieser Zusammenhang ab, bis er sich schliesslich für Hochrisikotitel mit grossen Meinungsverschiedenheiten umkehrt.
 

Schlussfolgerungen

Divergierende Meinungen von Investoren zusammen mit Leverage- und Short-Sale-Constraints haben einen grossen Einfluss auf den Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko. Für Hochrisikotitel kann sich der „normale“ positive Zusammenhang (je mehr Risiko, desto mehr Rendite) dadurch sogar umkehren.
 
Quelle: Harrison Hong & David A. Sraer, Journal of Finance, 2016
 
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