Sie befinden sich hier:

Volatility Harvesting: Why Does Diversifying and Rebalancing Create Portfolio Growth?

Die Wachstumsrate einer beliebigen Aktie über mehrere Perioden setzt sich aus ihrer erwarteten arithmetischen Rendite abzüglich der Hälfte ihrer Varianz zusammen. Somit reduziert eine hohe Volatilität eines Einzeltitels die langfristige, kumulierte Rendite.

Bouchey et al. (2012) zeigen, dass durch systematisches Rebalancing zu Ausgangsgewichten der negative Einfluss der Volatilität der Einzeltitel auf die Performance verringert werden kann, was sich als Rebalancing Bonus, bzw. einer Outperformance zu einem reinen Buy and Hold Portfolio bemerkbar macht. Ein Portfolio kann somit eine positive Rendite erzielen, obwohl sich der Durchschnitt der Einzeltitel im Portfolio sich nicht bewegt. Selbst bei einem Random Walk führt dieses systematische Rebalancing zu einer positiven Rendite (Drift) und benötigt daher keine Trendumkehr in den Märkten. Der Effekt wird allerdings durch eine Trendumkehr verstärkt, wogegen er durch Trendphasen abgeschwächt wird.

Durch regelmässiges Rebalancing kann somit die langfristige Wachstumsrate des Portfolios erhöht werden, während zugleich die Portfoliokonzentration, das Downside Risiko und die Volatilität des Portfolios verringert werden. Dieser Effekt beschränkt sich nicht nur auf Aktien, sondern gilt generell für alle Arten von Anlagen. Besonders stark ist er allerdings bei einem Portfolio aus risikoreichen Einzelanlagen, die untereinander kaum korreliert sind.

Quelle: Paul Bouchey, Vassilii Nemtchinov, Alex Paulsen & David M. Stein, The Journal of Wealth Management, 2012.
 
 

Schlussfolgerungen

Durch systematisches Diversifizieren und Rebalancing eines Portfolios kann langfristig eine Überrendite erzielt werden. Diese Überrendite ist nicht durch überlegene Prognosefähigkeiten, Aktienauswahl oder durch einen Informationsvorteil bedingt, sondern durch das Rebalancing an sich.
Finreon Impulse: Vorherige Seite · Nächste Seite