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Sin Stocks Revisited: Resolving the Sin Stock Anomaly

Unter „Sin Stocks“ versteht man Aktien von Unternehmen, welche in moralisch zweifelhaften Industrien wie Alkohol, Tabak, Glücksspiel oder Waffen tätig sind. Diese Aktien haben gemäss diversen wissenschaftlichen Studien historisch eine Überrendite erzielt.
 
Häufig wurde hierbei als Erklärungsansatz angeführt, dass diese Titel aufgrund des hohen Reputationsrisikos von vielen Investoren gemieden werden. Somit wären diese Titel unterbewertet und wiesen dadurch eine Reputationsrisikoprämie auf.
 
Dieses Paper dagegen versucht die Überrendite von „Sin Stocks“ mithilfe von Faktorprämien zu erklären. Das Fama-French 5-Faktormodell (mit den Faktoren Markt, Size, Value, Investments und Profitability) kann die Renditen von „Sin Stocks“ vollständig erklären. Die moralische Fragwürdigkeit der Titel an sich ist dagegen kein Renditetreiber.
 

Schlussfolgerungen

„Sin Stocks“ wiesen eine Überrendite auf. Diese kann allerdings vollständig mit heutigen Faktormodellen erklärt werden. Somit liefern nicht „Sin Stocks“ an sich einen finanziellen Mehrwert und diese Renditeeigenschaften können auch problemlos mit Faktorportfolios aus ethisch einwandfreien Unternehmen reproduziert werden.
 
Quelle: David Blitz & Frank J. Fabozzi, Journal of Portfolio Management, 2017
 
 
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