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Low Risk Stocks Outperform within All Observable Markets of the World

In ihrer Analyse von 21 entwickelten und 12 aufstrebenden Märkten zeigen Baker & Haugen (2012), dass in allen Ländern Aktien mit geringem Risiko (im Sinne von Volatilität) eine höhere Rendite erzielen als risikoreiche Aktien. Risikoarme Titel könnten somit eine deutlich höhere Sharpe Ratio erzielen als risikoreiche Titel. Dies widerspricht den Fundamenten der modernen Portfoliotheorie, welche besagt, dass eine höhere Rendite nur mit höherem systematischen Risiko möglich ist.

Da eine höhere Rendite trotz niedrigerem Risiko erzielt wird, fallen risikobasierte Erklärungsansätze aus. Baker & Haugen (2012) erklären diese Anomalie mit Vergütungsmodellen für Investment Manager sowie der Agenturtheorie (Principal Agent Theory):

  • Boni bzw. Performance Fees für Investment Manager führen zu optionsartigen Auszahlungen, deren erwarteter Wert erhöht werden kann, indem ein risikoreicheres Portfolio gehalten wird.
  • In Sitzungen eines Investmentkomitees aber auch gegenüber Kunden werden vor allem die Aktien vorgeschlagen, die eine spannende Geschichte haben. Diese Aktien sind tendenziell volatiler, wogegen defensive Aktien als langweilig betrachtet werden.
  • Daneben erfahren volatile Aktien auch eine stärkere Abdeckung durch Finanzanalysten und sind in den Medien präsenter.
Quelle: Nardin L. Baker & Robert A. Haugen, Working Paper, 2012.
 
 

Schlussfolgerungen

Risikoarme Titel erzielen langfristig eine höhere Rendite als risikoreiche Titel. Besonders risikoadjustiert ist die Renditedifferenz beachtlich. Diese höhere Rendite lässt sich nicht mit risikobasierten Ansätzen erklären, aber mit verhaltensökonomischen Ansätzen wie der Agenturtheorie.
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