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Faktorstrategien und Transaktionskosten

31.12.2018

Wichtige Erkenntnisse:

  • Diese Studie analysiert die Anzahl der unternehmensspezifischen Charakteristika, welche gemeinsam einen signifikanten Beitrag zur Erklärung des Querschnitts von Aktienrenditen liefern.
  • Es zeigt sich, dass die Anzahl der relevanten Charakteristika ansteigt, wenn Transaktionskosten berücksichtigt werden.
  • Diese auf den ersten Blick kontraintuitive Beobachtung, lässt sich damit erklären, dass eine Kombination von mehreren Charakteristika den Turnover und damit die Transaktionskosten senkt.
  • Transaktionskosten liefern daher eine Begründung dafür, eine grössere Anzahl an Charakteristika in Asset Pricing Modellen zu berücksichtigen.

Quelle:

DeMiguel, V., Martín-Utrera, A., Nogales, F. J., & Uppal, R. (2018). A transaction-cost perspective on the multitude of firm characteristics. Working Paper.

Das Forschungspapier kann hier (eventuell kostenpflichtig) bezogen werden.

 

Interessenkonflikte von bankabhängigen Fonds

Wichtige Erkenntnisse:

  • Diese Studie analysiert die Performance von Aktienfonds, welche von den Asset-Management-Divisionen von Universalbanken verwaltet werden.
  • Bankunabhängige Fonds erzielen gegenüber angeschlossenen Fonds eine Outperformance von 92 Basispunkten pro Jahr.
  • Interessenkonflikte stellen eine mögliche Erklärung dar, da die Underperformance vor allem dort auftritt, wo Aktien von Kreditnehmern der Bank übergewichtet werden.
  • Angegliederte Manager unterstützen damit die Kreditvergabe der Banken und sichern damit ihre eigene Karriere zu Lasten der Fondsinvestoren.

Quelle:

Ferreira, M. A., Matos, P., & Pires, P. (2018). Asset management within commercial banking groups: International evidence. The Journal of Finance, 73 (5), 2181-2227.

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Anomalien und Unternehmensnachrichten

Wichtige Erkenntnisse:

  • Renditen auf Aktienmarktanomalien sind 50% höher an Tagen mit Unternehmensnachrichten und sogar 6x höher an Tagen mit Gewinnankündigungen.
  • Als mögliche Erklärungen kommen dynamische Risiken, Fehlbewertungen aufgrund von verzerrten Erwartungen oder Data Mining in Frage.
  • Die Ergebnisse dieses Forschungspapiers sprechen am ehesten für Fehlbewertungen aufgrund von verzerrten Erwartungen.

Quelle:

Engelberg, J., McLean, R. D., & Pontiff, J. (2018). Anomalies and news. The Journal of Finance, 73 (5), 1971-2001.

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Investitionen, Momentum und Reversal

Wichtige Erkenntnisse:

  • Aktienmärkte weisen auf die mittlere Frist (3-12 Monate) Momentum und auf die lange Frist (3-5 Jahre) Reversal auf.
  • Eine mögliche Erklärung für dieses Muster ist die inhärente Zeitverzögerung bei Investitionen von Unternehmen.
  • Gewinner gewinnen nur weiterhin, wenn darauf Investitionen folgen, wogegen Verlierer weiterhin verlieren, wenn darauf Desinvestitionen folgen.

Quelle:

Mortal, S. C., & Schill, M. J. (2018). The role of firm investment in momentum and reversal. Journal of Empirical Finance, 48, 255-278.

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Markteffizienz und Industriecluster

Wichtige Erkenntnisse:

  • Unternehmen innerhalb von Industrieclustern weisen effizientere Marktpreise auf als Unternehmen ausserhalb von Clustern.
  • Geographische Nähe erzeugt Informations-Spillovers und reduziert die Grenzkosten für Informationsproduzenten.
  • Analysten decken eher Unternehmen in Clustern ab.
  • Institutionelle Investoren, die grosse Positionen in einem Unternehmen eines Clusters besitzen, weisen eine höhere Wahrscheinlichkeit auf, weitere Aktien von Unternehmen des Clusters zu halten.

Quelle:

Engelberg, J., Ozoguz, A., & Wang, S. (2018). Know thy neighbor: Industry clusters, information spillovers, and market efficiency. Journal of Financial and Quantitative Analysis, 53 (5), 1937-1961.

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Treiber der hohen Bewertungen

Wichtige Erkenntnisse:

  • Im Jahr 2018 wiesen Aktienmärkte hohe Bewertungslevel auf.
  • Diese hohen Bewertungslevel scheinen nicht von übertriebenen Wachstumserwartungen geprägt zu sein und in den letzten Jahren zeigte sich eher ein Rückgang.
  • In Europa und der Schweiz sind die niedrigen Zinsen der entscheidende Treiber der hohen Bewertungen.
  • In den USA dagegen ist die hohe Profitabilität von Unternehmen der wichtigste Treiber der Bewertungen.

 

Quelle:

Zimmermann, H. (2018). Explaining the high P/E ratios: The message from the Gordon model. Journal of Investment Management, 16 (4), 64-78.

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Qualitätskontrollen beleben den Size-Effekt wieder

Wichtige Erkenntnisse:

  • Zuletzt wurde der Size-Faktor von vielen Seiten in Frage gestellt. So wäre er zu schwach, zu instabil, hätte sich seit der Entdeckung deutlich abgeschwächt, würde vor allem bei Microcaps und im Januar auftreten und wäre international nicht stabil.
  • Diese Kritikpunkte können allerdings ausgeräumt werden, wenn für Qualität kontrolliert wird.
  • Nach einer Kontrolle für Qualität kann der Size-Faktor gut mit anderen Anomalien wie Value und Momentum mithalten.

Quelle:

Asness, C. S., Frazzini, A., Israel, R., Moskowitz, T., & Pedersen, L. H. (2018). Size matters, if you control your junk. Journal of Financial Economics, 129, 479-509.

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Die Popularität von Minimum Volatility Strategien

Wichtige Erkenntnisse:

  • Minimum Volatility Strategien wurden in den letzten Jahren immer populärer.
  • Relativ zum Gesamtmarkt sind sie allerdings immer noch winzig und viele aktive Fonds gewichten Hochrisikotitel in der Tendenz über.
  • Eine neutrale Positionierung dieser aktiven Fonds würde eine viel stärkere Positionierung in Richtung Minimum Volatility auslösen als alle bisherigen Investments in diese Strategie.
  • Daneben sind Minimum Volatility Strategien im historischen Vergleich nicht überbewertet und die beobachtete Performance ist konsistent mit der in der entsprechenden Marktphase zu erwartenden Performance.

Quelle:

Ang, A., Madhavan, A., & Sobczyk, A. (2017). Crowding, capacity, and valuation of minimum volatility strategies. The Journal of Index Investing, 7 (4), 41-50.

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Popularität als Renditetreiber

Wichtige Erkenntnisse:

  • In effizienten Märkten sind systematische Risiken ungewollt und bedürfen einer Entschädigung.
  • Aus der Behavioral Finance Sicht beeinflussen Verhaltensverzerrungen (Biases) Vermögenspreise.
  • Popularität vereint diese beiden Perspektiven, indem Finanzanlagen anhand deren rationaler (risikobasierter) bzw. irrationaler (emotionaler) Beliebtheit gepreist werden.
  • Eigenschaften, die dauerhaft unbeliebt sind, führen zu einem Preisabschlag bzw. höheren erwarteten Renditen.

Quelle:

Idzorek, T. M., & Ibbotson, R. G. (2017). Popularity and asset pricing. The Journal of Investing, 26 (1), 46-56.

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Soziale Medien und Aktienpreise

Wichtige Erkenntnisse:

  • Soziale Medien beeinflussen die Finanzmärkte. Bisher sind die Zusammenhänge oft noch relativ unklar und nur wenige Hedge Fonds setzen bisher auf derartige Daten.
  • Das Sentiment von Tweets kann tägliche Renditen über die Informationen aus bestehenden Aktienfaktoren wie den fünf Fama-French-Faktoren hinaus erklären.
  • Die Autoren behaupten, einen Social Media Faktor als 6. Faktor identifiziert zu haben, der das Fama-French-5-Faktormodell ergänzt.

Quelle:

Liew, J., & Budavari, T. (2017). The "sixth" factor - a social media factor derived directly from tweet sentiments. The Journal of Portfolio Management, 43 (3), 102-111.

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Idiosynkratische Volatilität, Qualität und Renditen

Wichtige Erkenntnisse:

  • Der Zusammenhang zwischen idiosynkratischer Volatilität und Renditen wird seit Ang et al. (2006) intensiv diskutiert.
  • Diese Studie argumentiert, dass der Einfluss der idiosynkratischen Volatilität vom Kontext abhängt.
  • Sie stellen die Hypothese auf, dass Qualitätsunternehmen eher von einer hohen idiosynkratischen Volatilität profitieren, da diese Volatilität eher durch positive Renditen getrieben wird. Schrottunternehmen hingegen leiden unter einer hohen idiosynkratischen Volatilität, da diese Volatilität vor allem durch negative Renditen erzeugt wird.
  • Die empirischen Ergebnisse bestätigen das Renditeverhalten von Qualitätsunternehmen, wogegen die Ergebnisse für Schrottunternehmen uneindeutig sind.

Quelle:

Wang, X. (2017). Will firm quality determine the relationship between stock return and idiosyncratic volatility? A new investigation of idiosyncratic volatility. Journal of Asset Management, 18 (5), 388-404.

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