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Impulse aus der Praxis

Mehrrendite durch Rebalancing

Rebalancing als regelmässige Umschichtung des Portfolios hin zu Zielgewichten ist eine einfache und effektive Möglichkeit das Portfoliorisiko zu steuern und das Rendite-Risiko-Profil zu verbessern. Rebalancing auf Ebene Anlageklasse wird von vielen Investoren bereits breit angewendet, bildet jedoch nur die Spitze des Eisberges. Ein Rebalancing auf Einzeltitel ermöglicht es darüber hinaus, das gesamte Potential des Rebalancings auszuschöpfen.
 
Fast jeder institutionelle Investor führt auf Ebene der Anlageklassen ein regelmässiges Rebalancing durch. Hierbei werden die Portfoliogewichte auf die strategische Asset Allocation angepasst, indem Anlageklassen mit positiver, relativer Rendite abgebaut, während Anlageklassen mit einer negativen relativen Rendite wieder aufgestockt werden.
 
Ein regelmässiges Rebalancing ist entscheidend zur Einhaltung des gewünschten Risikoprofils sowie der regulatorischen Vorgaben. Darüber hinaus ist antizyklisches Rebalancing sowohl aus Rendite- als auch aus Risikoperspektive sehr attraktiv:
 
Renditeoptimierung: Wird das Portfolio nicht regelmässig auf die Zielallokation zurückgeführt, so gewinnen mit der Zeit überbewertete Anlageklassen immer mehr an Gewicht, wohingegen unterbewertete Anlageklassen an Gewicht verlieren. Diese systematische Übergewichtung von überbewerteten Anlageklassen bei gleichzeitiger Untergewichtung von unterbewerteten Anlageklassen führt zu einem kontinuierlichen Renditenachteil: Dieser ‚Rebalancing-Bonus‘ ist in einer Vielzahl an akademischen Studien dokumentiert und beträgt auf Ebene der Anlageklassen langfristig ca. 0.5% p.a.
 
Risikooptimierung: Ein Portfolio ohne regelmässiges Rebalancing neigt mit der Zeit zu einer immer stärkeren Konzentration in Anlageklassen, Regionen oder Währungen. Diese Klumpen stellen ein zusätzliches Risiko dar, welches nicht systematisch entschädigt wird. Im Extremfall wird das Portfolio durch die Anlageklasse mit der höchsten Rendite dominiert. Durch ein regelmässiges Rebalancing können diese Klumpenrisiken im Sinne eines Risikomanagement systematisch vermieden werden.
 
Rebalancing auf Anlageklassen: Nur die Spitze des Eisberges
 
Das Rebalancing auf Anlageklassen stellt allerdings nur die Spitze des Eisberges dar (Abb 1): Die Rendite- und Risikovorteile des Rebalancings kommen genauso auf Ebene Länder, Sektoren und Einzeltitel zum Tragen. Das regelmässige Zurückführen von Einzeltiteln auf die Ausgangsgewichtung verspricht dabei den mit Abstand grössten Mehrwert, da der Rebalancing-Bonus von einer Vielzahl an Einzeltiteln ‚geerntet‘ werden kann. Dies steigert die Performance des Portfolios deutlich: Im Durchschnitt über eine Vielzahl von akademischen Studien hinweg, führt ein antizyklisches Rebalancing auf Ebene Einzeltitel zu einer jährlichen Outperformance von ca. 2.0%.
 
Abbildung 1: Rebalancing auf Ebene Anlageklasse - Nur die Spitze des Eisberges.
Abbildung 1: Rebalancing auf Ebene Anlageklasse - Nur die Spitze des Eisberges.
 
Finreon hat hierzu eine einfache Simulation durchgeführt. Grundlage bildet dabei ein gemischtes Portfolios aus 50% Aktien, 30% Bonds und 20% Immobilien über den Zeitraum 1990-2016. Die Resultate sind in Abbildung 2 ersichtlich: Ohne Rebalancing erzielte das Portfolio eine jährliche Rendite von 8.02% bei einer jährlichen Volatilität von 11.78%: Dabei haben sich mit der Zeit die Portfoliogewichte deutlich verschoben. Durch ein jährliches Rebalancing des Portfolios auf Stufe Anlageklasse konnte die Rendite auf 8.17% gesteigert werden, während sich die Volatilität deutlich auf 10.94% reduzierte. Die Rendite- und Risikovorteile des Rebalancings auf Ebene Anlageklassen werden somit durch die Simulation bestätigt.
 
Ein weiteres Rebalancing-Potential liegt innerhalb der Anlageklassen: Wird die Anlageklasse Aktien nun in sieben Regionen aufgeteilt und diese Regionen regelmässig zur Ausgangsgewichtung zurückgeführt, kann die Performance auf 8.24% gesteigert werden. Die grösste Renditeverbesserung durch Rebalancing auf 9.55% wird dagegen erzielt, wenn das Rebalancing für Einzeltitel durchgeführt wird.
 
Genau dieser Effekt des Rebalancings auf Einzeltitelebene wird auch von der Finreon IsoPro® Methodologie genutzt. Durch regelmässiges Rebalancing und der damit einhergehenden Vermeidung von Blasen sowie einer sehr breiten Diversifikation kann ein deutlich attraktiveres Rendite-Risikoprofil erzielt werden als bei einer klassischen, marktkapitalisierten Aktienanlage.
Abbildung 2: Feiner auflösendes Rebalancing führt zu deutlichen Performancegewinnen.
Abbildung 2: Feiner auflösendes Rebalancing führt zu deutlichen Performancegewinnen.

Schlussfolgerungen

  • Rebalancing ist nicht nur geeignet zur Einhaltung der Bandbreiten einer strategischen Asset Allocation und damit des gewünschten Risikoprofils auf Ebene der Anlageklassen. Es führt auch zu einem attraktiveren Rendite-Risiko-Profil.

  • Sein volles Potential kann Rebalancing ausspielen, wenn es auch innerhalb von Anlageklassen, insbesondere Aktien, eingesetzt wird. Durch Vermeidung von Blasen und Titelkonzentrationen kann langfristig ein deutlich attraktiveres Rendite-Risiko-Profil erzielt werden als bei einem ein passiven, marktkapitalisierten Investment.

 

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