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Risk Parity Portfolios with Risk Factors

In ihrem Paper legen Roncalli und Weisang die theoretischen Grundlagen für die Berechnung von Risikoparitätsstrategien auf Faktoren. Ihr Vorteil besteht darin, dass eine faktorbasierte Risikoparitätsstrategie im Gegensatz zur einzeltitelbasierten Risikoparitätsstrategie versteckte Konzentrationsrisiken vermeidet.
 
Ein Beispiel für diese versteckten Konzentrationsrisiken ist, dass wenn ein Einzeltitel zweimal in das Portfolio aufgenommen wird, sich sein Gewicht erhöht, obwohl es sich um genau den gleichen Titel und somit die gleiche Risikoquelle handelt. Gibt es daher ein Cluster von sehr ähnlichen Titeln im Portfolio, bildet sich eine unerwünschte Konzentration.
 
Diese faktorbasierte Risikoparitätsstrategie lässt sich in vielen Portfolios zielführend einsetzen. So kann damit ein breit diversifiziertes Portfolio aus Aktienrisikoprämien (Size, Value, Momentum etc.) konstruiert werden. Auch im Hedge Fund Bereich lässt sich mithilfe von statistischen Faktoren ein diversifiziertes Portfolio aus Hedge Fund Strategien konstruieren, welches deutlich attraktivere Rendite-Risiko-Eigenschaften aufweist als Risikoparitätsstrategien, die anstatt auf Faktoren auf die Hedge Fund Strategien direkt setzen. Pensionskassen könnten ihre Grundausrichtung (Asset Allocation) anhand von ökonomischen Faktoren (Wirtschaftswachstum, Inflation, Zinsen etc.) ausrichten und diese gezielt steuern, anstatt sich durch Betrachtung der Anlageklassen unerwünschte Risikokonzentrationen ins Portfolio aufzunehmen.
 

Schlussfolgerungen

Risikoparitätsstrategien auf Faktoren anstatt auf Anlageklassen oder Einzeltiteln eignen sich sehr gut, um über die wahren Risikoquellen zu diversifizieren und somit versteckte Konzentrationsrisiken zu vermeiden.
 
Quelle: Thierry Roncalli & Guillaume Weisang, Working Paper, University Library of Munich, 2012
 
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