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Residual Momentum

Traditionelle Momentumstrategien weisen starke, über die Zeit variierende Exposures zu bekannten Risikoprämien (Marktbeta, Size und Value) auf. Dabei werden die Risikoprämien übergewichtet, welche in der nahen Vergangenheit eine Outperformance erzielt haben. Bei Umkehrbewegungen in den Märkten (z.B. Erholung nach der Finanzkrise 2009) werden diese Strategien auf dem falschen Fuss erwischt und weisen massive Verluste auf.
 
Eine Momentumstrategie basierend auf Residuen eines Fama-French-Models kann die variablen Exposures zu bekannten Risikofaktoren deutlich senken. So werden das Risiko halbiert, die Drawdowns massiv gesenkt und die starke Abhängigkeit der Performance von den Marktphasen abgeschwächt. Daher erweist sich dieser „Residual Momentum“ Ansatz als deutlich stabiler.
 
Die Performance leidet nicht unter der Vermeidung der variablen Exposures zu Risikofaktoren. Vielmehr kann die Rendite und das Alpha der Strategie noch weiter gesteigert werden. Neben leicht verbesserter Rendite, deutlich reduziertem Risiko und höherer Stabilität, können auch die Transaktionskosten verringert werden.
 

Schlussfolgerungen

Eine Momentumstrategie basierend auf Residuen eines Fama-French-Models kann gegenüber einer klassischen Preismomentumstrategie bei leicht höherer Rendite das Risiko halbieren und ist deutlich robuster.
 
Quelle: David Blitz, Joop Huij & Martin Martens, Journal of Empirical Finance, 2011.
 
 
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